Der folgende Artikel geht auf die wichtigsten Schritte zum Aufbau einer nachhaltig erfolgreichen Influencer Marketing Strategie ein. Viel Spaß beim Lesen!

Kaum eine andere Marketingdisziplin bringt Social Media Manager so ins Schwitzen wie die Arbeit mit Influencern. In den letzten Jahren hat sich in der Branche einiges getan und ist längst nicht mehr das, was es einmal war. Neben neuen Vorschriften zur Werbekennzeichnung, die voranschreitende Professionalisierung der Branche, steigender Konkurrenz, zahlreichen neuen Tools und Content-Formaten, rückt vor allem ein Faktor immer mehr ins Zentrum: die Frage der Glaubwürdigkeit von Influencer-Kooperationen. 

Im Gegensatz zu den positiven Prognosen der Influencer Marketing Branche, die 2021 weltweit um weitere 42% auf bis zu 13,8 Milliarden US$ ansteigen soll (Statista), steht das sinkende Vertrauen von Verbrauchern, die sich längst mit dem Begriff „Influencer“ als neues Werbeformat angefreundet haben. Bereits 2019 verzeichnete die Glaubwürdigkeit von Influencern in Deutschland einen Abwärtstrend von 13%, während das Bewusstsein um Influencer als Werbeträger um 12% anstieg (Studie: M-Science). Auch die scheinbar unaufhaltsame neue Norm von Fake-Influencern und die Flut von Accounts mit Wachstums-Anomalien lassen Marken und Social-Media-Manager ins Grübeln kommen.

Laut dem Analyse-Tool Hypeauditor waren 2020 knapp 65% der Instagram Accounts von Influencern in Deutschland in Betrugspraktiken involviert (Hypeauditor 2020). Das Risiko Influencer-Budgets ins Leere laufen zu lassen, die sich bei deutschen Unternehmen auf bis zu 38.000€ pro Influencer Post belaufen (Rakuten Studie 2019), gepaart mit einer hohen Ungewissheit in Bezug auf die Erfolgsmessung von Influencer Kampagnen, steigert die Ungewissheit zusätzlich. 

Doch auch wenn sich Influencer Marketing maßgeblich verändert hat und sich in den nächsten Jahren weiter verändern wird, hat die Disziplin als solche noch lange nicht ausgedient. Denn ihre Grundsätze beruhen auf einem natürlichen, menschlichen Instinkt: Wir holen uns Tipps und die Meinung von anderen Menschen ein, denen wir vertrauen, die wir sympathisch finden, die uns inspirieren, zu denen wir aufschauen. 

Wo diese Vertrauensbasis der Zielgruppe eines Unternehmens oder einer Marke zu finden ist und wie sie sich weiterentwickelt, ist ein wichtiger Maßstab jeglicher Zukunftsszenarien im Influencer Marketing und sollte für Marketer die Grundlage ihrer Investment-Entscheidungen sein.  

Besonders 2021 ist aufgrund desvon anhaltenden Lockdowns, Restriktionen und anderen marktbestimmenden Auswirkungen der Corona-Pandemie für zahlreiche Unternehmen von einer nie dagewesenen Ungewissheit gezeichnet. Das macht es umso wichtiger, sich bei digitalen Marketinginvestments auf das Wesentliche zu konzentrieren, sprich, sich genau diese Vertrauensfrage (neu) zu stellen und seine Influencer-Marketing-Strategie darauf aufzubauen. 

Dieser Leitfaden bietet einen Überblick über die wichtigsten Punkte beim Aufbau einer nachhaltig erfolgreichen Influencer Marketing Strategie und dient besonders für Social Media- und Online Marketing Manager als wertvolles Backup, um bei der nächsten Budget-Planung mit einem gut durchdachten Influencer Marketingkonzept zu glänzen. 

Umdenken der Influencer-Definition: Fame Influencer vs. Peer Influencer

Eine wichtige Grundlage beim Aufbau einer Influencer -Strategie ist der richtige Influencer-Marketing-Mix. Je nach den Zielen des Unternehmens, können unterschiedliche Schwerpunkte bei der Wahl passender Markenbotschafter gesetzt werden. Ein wichtiger Gedanke hierbei ist die Unterscheidung zwischen “Fame“ und “Peer“ Influencern. Beruht sich ihr Einfluss auf ihrer Expertise und ihren Errungenschaften in einer bestimmten Branche/ einem bestimmten Interessensgebiet (Autorität, Popularität)? Oder baut sich das Vertrauen in ihre Meinung vor allem durch eine gewisse Gleichgesinntheit auf (Peer-to-Peer Effekt)? Beides bietet Vorteile, wodurch viele Marken mit verschiedenen Influencer-Gruppen arbeiten, um die gesamte Bandbreite an Potenzialen auszuschöpfen. 

Je nach Zielen und verfügbarem Budget sollten deshalb die bestmöglichen Schwerpunkte gesetzt werden. 

Instagram Strategie

Durch den Peer-Effekt ‘kleinerer‘ Influencer, die meist eine engere Beziehung zu ihrer Community pflegen und als „Menschen von Nebenan“ eine besondere Authentizität ausstrahlen, sind sie für viele Unternehmen als (Langzeit-)Kooperationspartner interessant, um die Präsenz bei relevanten Zielgruppen zu festigen und Conversions zu generieren. Interaktionen in Relation zur Reichweite gelten als wichtiger Indikator für die Relevanz des veröffentlichten Contents und somit den potenziellen Effekt auf das Publikum. 

Im Influencer Marketing wird dies an der Engagement-Rate ((Kommentare + Likes + Shares) / Reichweite x 100)  gemessen, die statistisch gesehen mit steigender Reichweite sinkt. So eignen sich Influencer mit einer größeren Followerschaft besonders, um die Sichtbarkeit einer Marke und/oder eines Produktes kurzfristig rasant zu steigern und, wie im klassischen Celebrity-Marketing, das Image der Marke zu stärken. 

Grundsätzlich ist bei Kooperationen mit Influencern mit einer höheren Reichweite auch ein größeres Budget einzuplanen. Laut einer Studie der Analyse-Plattform Hypeauditor beliefen sich Preise pro Instagram Post für Influencer in Deutschland und durchchscnittliche Engagment-Raten im Jahr 2020 wie folgt: 

  • 1-5K Follower: 10-60$ | ER: 7.14%
  • 5-20K follower: 30-270$ | ER: 3.38%
  • 20-100K follower: 200-2300$ | ER: 2.64%

Ist ein guter Brand-Fit gegeben und sind zu bewerbende Produkte für Influencer besonders interessant, ist eine Vergütung durch Gratisprodukte eine alternative Option. Erfahrungsgemäß stehen Influencer unter 20k Followern, die ihre Social Media Aktivität vor allem als Hobby verstehen, Barter-Deals offen gegenüber, wobei sich der Aufwand der Kooperation mit den gebotenen Benefits trotzdem immer fair ausgleichen sollten. 

Die Hivency Influencer Umfrage 2020 mit über 3600 Nano- und Micro-Influencern ergab, dass 77% ihre Social Media Aktivität nicht als Job, sondern als Hobby bzw. Leidenschaft definieren. 

            Das wichtigste zu den jeweiligen Influencer-Gruppen im Überblick:

Pyramide Influencer Marketing

© Hivency 2020. Alle Rechte vorbehalten. 

Bei den unterschiedlichen Influencer Segmenten gilt im Schnitt: Je kleiner die Reichweite, desto höher das Engagement- (z.B. Likes, Kommentare) und Conversion-Potenzial (z.B. Website-Traffic, Newsletter-Subscriptions, Direktkäufe). 

Star-Influencer bzw. Mega-Influencer sind Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens mit meist über 1 Mio. Abonnenten auf ihren Social Media Kanälen. Diese Influencer sind größtenteils durch ihre Arbeit in der Film-, Fernseh-, Reality TV-, Sport- oder Musikbranche bekannt geworden und haben eine Fan-Gemeinde von meist über 1 Mio. Abonnenten hinter sich (z.B. Helene Fischer, die Kardashians, Dieter Bohlen..). Durch ihre hohe Reichweite, ihr großes Potenzial als Sympathieträger und ihre starke Medienpräsenz in sämtlichen Formaten, bietet eine Kooperation mit diesen Influencern das wohl potenziell stärkste Schaufenster für eine Marke und ihre Produkte. Aufgrund der Beliebtheit dieser Persönlichkeiten ist jedoch mit hohen Gagen im 5-stelligen Bereich (oder sogar mehr) zu rechnen, wobei Kooperationen meist sehr weit im Voraus mit ihrem Management zu verhandeln und zu planen sind. 

Macro-Influencer haben eine Followerschaft von 100.000 Abonnenten aufwärts und haben sich auf ihren Social Media Kanälen durch besonders qualitativen und zugleich besonders informativen und/oder unterhaltsamen Content als wahre Trendsetter etabliert. Ob sie ihre Kanäle mit “klassischen“ Influencer Thematiken wie Beauty, Fashion, Food, Reisen und Gaming bespielen, oder sich auf Themen wie Business, Wissenschaft oder Coaching spezialisieren (B2B Influencer), haben sie es durch meist jahrelange Arbeit geschafft, eine große Community aufzubauen und aus ihrem Hobby eine stabile Einnahmequelle zu machen. Eine erfolgreiche Präsenz auf einem Social Media Kanal (z.B. YouTube), greift meist auch auf andere Kanäle (z.B. Instagram) über, wodurch sich vielseitige Kooperationsmöglichkeiten eröffnen.  Unter Macro-Influencern ist die Zusammenarbeit mit Talent-, PR-, Digital- oder Influencer Agenturen beliebt, um Kooperationsanfragen bestmöglich zu verwalten und auszuhandeln.      

Micro-Influencer haben eine Community von etwa 5000 bis 100.000 Followern und sind meist auf Nischen-Themen spezialisiert. Mit ihren Followern pflegen sie eine vergleichbar enge Beziehung, was sich in hohen Interaktionsraten (Engagement-Raten) ausdrückt. Ob veganes Kochen, minimalistische DYI Tipps, Natur-Fotografie, Bio-Kosmetik, Fair Trade Mode oder LGBTQ+ Family-Blogs: Micro-Influencer sind durch ihre Leidenschaft für bestimmte Themengebiete gepaart mit ihrer einzigartigen und doch nahbaren Persönlichkeit immer beliebter werdende Markenbotschafter. Auch da ihre redaktionelle Linie meist direkter an bestimmte Produktgruppen geknüpft ist, lassen sich Kooperationen auf eine sehr natürliche Weise integrieren und bieten Followern einen zusätzlichen Mehrwert statt eine ‘Unterbrechung des gewohnten Programms‘, wie man es aus der klassischen Werbung kennt. Um trotz der vergleichbar geringeren Follower-Anzahl die erwünschte Reichweite zu erlangen, arbeiten Unternehmen pro Kampagne meist mit mehreren Micro-Influencern zusammen. 

Nano-Influencer haben rund 500 bis 5000 Follower. Sie gelten als Privatpersonen und klassische „Hobby-Blogger“, die auf öffentlichen Social Media Accounts ihre Leidenschaft zu bestimmten Themengebieten ausdrücken und/oder ihren Alltag mit ihrer kleinen, aber sehr aktiven Community teilen. Durchschnittliche Engagement-Raten sind im Vergleich zu Micro-Influencern rund doppelt so hoch (Quelle: Hypeauditor). Als Peer-Influencer, die mit ihrer Community dieselben Interessen, Freuden, Hoffnungen und „Alltagssorgen“ teilen, gelten sie als besonders authentische Kooperationspartner.  Marken arbeiten mit diesen Influencern oft im Rahmen von groß angelegten Produkttests zusammen, wodurch der Content im Foto-, Video- oder Textformat mit einer erweiterten Produktrezension vergleichbar ist. 

Neben der Möglichkeit einer direkten Anfrage, sind Nano- und Micro-Influencer häufig auf Influencer Plattformen und Datenbanken anzutreffen. Auf diesen digitalen Marktplätzen können sich beide Seiten einfacher finden, um Kooperationen auszuhandeln und aufzubauen.  

Wichtig: Egal mit welchen Influencern zusammengearbeitet wird, sollten veröffentliche Inhalte aus Kooperationen immer klar als Werbung zu kennzeichnen. Einen gut übersichtlichen Leitfaden zur richtigen Kennzeichnung haben die Medienanstalten hier veröffentlicht. 

Influencer-Marketing-Strategie: Grundlegende Vorarbeit 

Marken DNA 

Leider springen immer noch viele Marken auf den Influencer Marketing Zug, ohne sich jegliche Gedanken über die eigene Marken-Persönlichkeit und den Mehrwert für ihre Zielgruppe zu machen. Besonders wenn Performance Marketing Aktivitäten und KPI Ziele im Vordergrund stehen, geraten Online Marketing Manager oft (unbewusst) in eine Art “Tunnelblick“.  So können Buzz-Words wie Engagement Raten und Reach leicht dazu verlocken, die Relevanz einer Strategie aus den Augen zu verlieren und auszublenden, dass es sich beim Influencer Marketing trotz der Integration von Performance-Metriken um Beziehungsmarketing handelt. Kurz gesagt soll es darum gehen, durch Markenbotschafter eine stabile Brücke zwischen Marke und Zielgruppe zu schaffen, um ‘den Weg von A nach B‘ derjenigen zu erleichtern, für die die jeweiligen Marken-Touchpoints einen erkennbaren Mehrwert bieten.   

Um glaubwürdige Markenbotschafter-Beziehungen einzugehen, ist es deshalb unabdingbar, sich die DNA der eigenen Marke neu bewusst zu machen. 

Welche Werte und Eigenschaften sollen an den Influencer-Brand-Touchpoints erkennbar sein? 

Sind diese in Harmonie mit anderen Touchpoints wie z.B. den eigenen Social-Media-Kanälen, der Webseite und Online-Shop? 

Hierbei geht es nicht darum, Menschen zu finden, die als personifizierter Abgleich der Marke dienen, sondern durch ihren Content und ihre Persönlichkeit Werte vermitteln, die von ihrem Publikum geschätzt werden und die sich mit denen der Marke überschneiden. 

Noch bevor es auf die Suche nach passenden Influencern geht aber auch um zu entscheiden, ob Influencer Kooperationen auf Social Media überhaupt die richtige Brücke bauen, sollte deshalb festgehalten werden, welches Publikum erreicht werden soll. 

Zielgruppen-Persona

Pro Produkt und/oder Business Unit eine Zielgruppen-Persona anzulegen bzw. zu erneuern verschafft hier Klarheit. Ein Muss vor jedem Produktlaunch und Brand Relaunch, ist dies auch einer der wichtigsten Aufgaben vor dem Roll-Out einer Influencer- Kampagnenstrategie.

Neben demografischen Eigenschaften wie Geschlecht, Alter, Wohnort und Einkommen sind beim Influencer Marketing psychografische Eigenschaften besonders wichtig. Dazu gehören u.a. Lifestyle, Charaktereigenschaften, Medienkonsum, Vorbilder, emotionale Bedürfnisse und grundlegende Werte.  

Hier schließt sich im Falle einer effektiven Strategie der Kreis zur Marken DNA und Persönlichkeit, der den Weg einer natürlichen, empathischen Marken-Kunden-Beziehung ebnet. 

Den Social Media Konsum der Zielgruppe kennen 

Nicht zu vergessen ist in diesem Schritt auch festzustellen, auf welchen Social Media Kanälen die Zielgruppe bevorzugt unterwegs ist, welche Art von Content bevorzugt konsumiert wird und wie sie mit Social Media Influencern in Beziehung steht. Repräsentative Studien wie z.B. die jährliche ARD/ZDF Onlinestudie und Studien von Markt- und Medienforschungsagenturen sowie Datenbanken von Digitalagenturen geben wichtige Insights in den Online-Medienkonsum von Konsumenten verschiedener Altersgruppen. Dieser Recherche-Schritt gibt erste Hinweise über das Ausmaß des Potenzials verschiedener Kanäle und hilft abzuwägen, wie breit oder eng eine Influencer Strategie gestaffelt sein kann. 

Um bei der rasanten Entwicklung des Social Media und Online-Verhaltens den Überblick zu behalten, lohnt es sich, relevante Newsletter zu abonnieren oder sich von spezialisierten Digitalagenturen strategisch beraten zu lassen. 

Ein oft unterschätzter Quick-Tipp: Schauen Sie sich die Social-Media-Profile der eigenen Marken-Fans und Kunden genauer an, um ein Gefühl für die vielfältigen Eigenschaften der Zielgruppe zu bekommen! 

Influencer Communities als Einfluss auf die Marke selbst sehen

Das gute beim Aufbau einer Langzeit-Influencer-Strategie ist das immer bessere Kennenlernen der eigenen Zielgruppe und spezifischen Kunden-Segmente durch sichtbares Feedback. Auch ist der Trend zum Influencer Marketing als Zielgruppen-Analyse Strategie in diesem Zusammenhang unverkennbar.  Social-Listening-Tools aber auch Kampagnen-Konzepte wie Community Umfragen werden immer beliebter, um Trends zu erkennen und durch Co-Kreation mit Content Creatorn neue Trends zu setzten. 

Kennt man also die Persönlichkeit der Marke und die Persönlichkeit der Zielgruppe, kann man es schaffen durch Influencer Marketing eine wechselseitige Brand-Community Beziehung aufzubauen, die einen handfesten Einfluss auf die Marke selbst hat und ihr Mehrwert dadurch mit dem Zeitgeist der Zielgruppe mitläuft. 

An welchen Touchpoints der Customer Journey bieten Influencer-Botschaften einen Mehrwert? 

Wie bei jedem anderen Marketingkonzept oder einer Social-Media-Strategie hilft es, eine Customer Journey Map zu erstellen bzw. auf diese zurückzukommen um festzustellen, an welchen Kontaktpunkten Influencer Kampagnen diesen Weg erleichtern. Der Kontext in dem das anvisierte Publikum mit der Marke in Berührung kommt, gibt Aufschluss darüber, wie sich eine Kampagne gestalten kann und hilft, realistische Ziele zu setzen. Eine Langzeit-Influencer-Strategie richtet sich allerdings darauf aus, nicht nur punktuell Brücken zu bauen, sondern durch verschiedene Formate und regelmäßige Kampagnen, den Weg mit relevanten Online-Communities weiterzugehen. 

  1. Awareness: Influencer Follower sollen über die Marke oder ein neues Produkt/eine neue Dienstleistung aufmerksam gemacht werden. Entscheidend ist in diesem Schritt vor allem die Reichweite (Erreichte Follower-Anzahl, Views, Impressionen) aber auch Interaktionen, die eine positive Antwort und Relevanz signalisieren (Kommentare, Likes, Engagement-Rate). 
  2. Consideration: In diesem Schritt werden oft spezifischere Aspekte vorgestellt, die mit einer Antwort des Publikums (Engagement) gemessen werden und dieses einen Schritt näher zum Unternehmen bringen (z.B. Website Traffic, neue Follower des eigenen Social Media Kanals).
  3. Conversion: Influencer Kampagnen in diesem Schritt verhelfen zur Kaufentscheidung, z.B. indem Influencer ihren Followern Rabatt-Codes anbieten, die sie beim Kauf einlösen können.  Durch UTM Tracking kann die Performance einzelner Influencer in diesem Fall direkt verfolgt werden. 
  4. Retention/Loyalty: Eine wiederholte Zusammenarbeit mit bestimmten Influencern (Brand Ambassador Programme), bietet die Chance, ihre Communities über Neuigkeiten zu informieren und einen tieferen Einblick in die Welt der Marke zu bieten, um die Beziehung weiter zu stärken (z.B. Aktionen im Rahmen einer CSR Strategie). 
  5. Advocacy: Hier geht es darum, bestehende Kunden und Markenfans als neue Markenbotschafter zu gewinnen. Ein Beispiel: Produkttest-Aktionen, in welchen neue Produkte noch vor dem Launch kostenlos angeboten werden, um Rezensionen und User Generated Content zu generieren. So entsteht ein Kreislauf, der die Sichtbarkeit der Marke wiederrum in neuen Kreisen steigert. 

Für jeden Schritt, in dem Influencer Kampagnen zum Einsatz kommen, sollten Ziele des Publikums sowie Business Ziele klar definiert werden, um hier die Schnittstelle zu finden. 

Welche Leistungsindikatoren sich am besten für welche Ziele eignen, um den Erfolg messbar zu machen, erklären wir in diesem Ebook

Welches Budget steht für welchen Zeitraum zur Verfügung? 

Um die Grenzen der Möglichkeiten einer Influencer Marketing Strategie festzuhalten, sollte bereits vorab ein Budget-Rahmen festgelegt werden. 

Macht es für das Unternehmen Sinn, eine Langzeit Influencer Strategie aufzubauen und über einen Zeitraum mehrere Kampagnen umzusetzen, kann dies mit Star- und Macro-Influencern eine teure Angelegenheit werden. Auch sollten anfallende Agenturgebühren und nötige Verhandlungszeiträume in die Entscheidung mit einbezogen werden.  

Instagram Strategie

Stellen Micro- oder Nano-Influencer den passenden Schwerpunkt dar, ist es für die meisten Unternehmen essenziell, mit einer Vielzahl an Influencern zu arbeiten, um die nötige Reichweite zu generieren. Damit verbunden ist ein nicht zu unterschätzender Zeitaufwand um geeignete Botschafter zu finden, erstellten Content und Ergebnisse im Blick zu behalten und Kampagnen zu managen. Vor allem, wenn es im Team keine(n) Influencer Marketingmanager(in) gibt, der/die sich ausschließlich um Kooperationen und Kampagnen kümmert, wird die Hilfe von Agenturen oder Influencer Plattformen nötig. 

Influencer Agenturen und Plattformen: die richtige Unterstützung finden  

Um festzustellen, welche Art von Unterstützung beim Management von Influencer-Marketing-Kampagnen benötigt wird, sollten vorab alle wichtigen Kampagnenschritte festgehalten werden. Dazu gehören: 

  • Influencer finden 
  • Qualitäts-Check der Profile und des Publikums
  • Kampagnenbriefing und Guidelines festlegen
  • Vergütung festlegen (Art, Umfang, Bezahlung)
  • Zeitraum der Veröffentlichung definieren
  • Versandt der Produkte / Organisation der zur Verfügung gestellten Dienstleistung
  • Monitoring & Analyse messbarer Resultate 
  • Qualitatives Follow-Up: der Blick hinter die Daten 
  • Learnings festhalten und Optimierungspotenziale identifizieren
  • Feedback zur Kooperation einholen und Weiterentwicklung der Influencer Relations

So wird klar: Aus dem Rollout einer ganzheitlichen Influencer-Marketing-Strategie kann schnell ein Vollzeit-Job werden. Ist dies nicht möglich und die Potenziale von Influencer Kooperationen doch zu groß, stellt sich die Frage, welche Art der Unterstützung die richtige ist. 

Digital-Agenturen decken meist die gesamte Bandbreite an Online- und Social Media Marketing ab und können besonders dann die richtige Anlaufstelle sein, wenn ein 360 ° Konzept erstellt und umgesetzt werden soll. – Eine gute Wahl, wenn der Online-Auftritt einer Marke rundum erneuert werden soll, und in diesem Zusammenhang Influencer Kooperationen zum Einsatz kommen könnten. 

Spezialisierte Influencer Agenturen agieren meist als Management-Agenturen für Influencer verschiedener Größen und Bereiche. Je nach Spezialisierung erleichtern sie Zugang zu Influencern verschiedener Reichweiten und Branchen, sind Verhandlungspartner, entwickeln ggf. Kampagnenkonzepte und unterstützen bei der gesamten Umsetzung. 

Influencer Plattformen sind digitale Marktplätze auf denen Influencer und Marken vereinfacht zusammenfinden. Ausschreibungen bestimmter Kampagnen ermöglichen es Content Creatorn, sich direkt zu bewerben, was die Suche nach Influencern erleichtert. Ihre Infrastruktur ermöglicht es, Kampagnen und Influencer Beziehungen einfacher zu managen sowie Ergebnisse im Blick zu halten. Je nach Anbieter enthalten Influencer Plattformen auch Analyse-Tools, die durch KI-gestützte Parameter das Match-Making erleichtern und Profile auf ihre Qualität überprüfen, um Betrugspraktiken wie gekaufte Follower auszuschließen. 

Influencer Marketing Analyse-Tools: Auf dem Markt haben sich auch zahlreiche Tools und Software-Angebote etabliert, die gezielt einzelne Schritte im Kampagnenmanagement erleichtern (z.B. die Suche und Analyse von Influencer Profilen). Wird Influencer Marketing in Eigenregie gemanagt, bieten diese Tools eine vergleichbar günstige Abhilfe, Influencer Marketingmanagern die Arbeit zu erleichtern. 

Bei der Wahl der richtigen Unterstützung geht es also darum,

  • festzustellen, welche für die Strategie essenziellen Schritte outgesourct werden sollten, um die Qualität des Online- und Social Media Auftritts der Marke bzw. des Unternehmens zu gewährleisten 
  • Zeit bei den Schritten zu sparen, die sonst vom Aufbau starker Influencer Beziehungen abhalten würden
  • Eigene Kernkompetenzen am besten einzusetzen und weiterzuentwickeln
  • Kampagnen-Ergebnisse klar im Blick zu behalten, um den ROI der Strategie bestmöglich zu bestimmen und Optimierungspotenziale abzuleiten 

Folgende To-Do’s können bei der Entscheidung helfen: 

  • Checkliste mit eigenen Kernkompetenzen anlegen (Brauche ich essenzielle strategische Hilfe oder Analyse- und Tracking-Tools, die die Arbeit produktiver gestalten?) 
  • Zeitaufwand bei Eigenregie feststellen (Erfahrung, Produktivität, Verfügbarkeit von Tools) und realistisch abgleichen, wieviel Zeit für Influencer Marketing bleibt und welche Trade-Offs entstehen könnten. 
  • Zugang zu Influencern durch Agenturen und Plattformen: Risiken und Budget abwägen (Wird mit Macro-, Micro- oder Nano-Influencern gearbeitet? Welche Influencer bevorzugen wir, um Image-Risiken zu minimieren? ) 
  • Angebote von Agenturen und Plattformen einholen und den Zeitraum des geplanten Strategie-Rollouts mit Paket-Angeboten vergleichen. 
  • Social-Proof Check der Favoriten: sich mit existierenden bzw. ehemaligen Kunden der Anbieter austauschen, Testimonials lesen und Case Studies anschauen. 

Fazit zu Influencer Marketing: Erst Strategie, dann loslegen!

Das sich verändernde Medien- und Kaufverhalten bietet nie dagewesene Herausforderungen, Chancen und Risiken, die im Influencer Marketing wie bei kaum einer anderen Disziplin zusammenfließen.    

Hält man sich die grundlegenden Schritte der optimalen Strategiefindung vor Augen, wird verständlich, dass sich Influencer Marketing nicht über einen Kamm scheren lässt und so vielseitig wie Marken und Menschen selbst sein kann. Hier den richtigen Brand-Fit zu finden ist nicht immer leicht, lohnt sich aber umso mehr. Denn eine gut durchdachte Influencer Marketing Strategie hilft dabei, den Mehrwert des Unternehmens an relevanten Touchpoints gezielt zu vermitteln, Vertrauen aufzubauen, die Loyalität zu Kunden zu stärken und sich so vom immer lauter werdenden Lärm der Online-Welt abzuheben. Diese Customer Centricity ist das Stichwort im Influencer Marketing des post-digitalen Zeitalters, in welchem sich Marketing-Entscheider die Vertrauensfrage ihrer Markenbotschafter immer wieder neu stellen müssen.   

 

Zu Hivency

Hivency ist eine Influencer und Product Review Plattform, die Verbraucher, Influencer und Marken zusammenbringt, um authentische Kundenerlebnisse zu schaffen. Die 360-Grad-Lösung von Hivency ermöglicht es Marken, relevante Nano- und Micro-Influencer zu identifizieren, ihre Kooperationen zu verwalten und qualitativ hochwertige Produktbewertungen zu erhalten. Hivency stellt das Kundenengagement in den Mittelpunkt von Kaufentscheidungen und ermöglicht es Unternehmen, ihre gesamte Markenbotschafter-Strategie zentral zu verwalten und zu optimieren. Mehr zu Hivency

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