Social Media plus E-Commerce: diese Kombination hat eine neue Ära des Online-Handels eingeläutet. Social-Media-Plattformen sind nicht mehr nur Orte für soziale Interaktion, sondern auch Verkaufskanäle. In diesem Artikel werfen wir einen genaueren Blick auf die Bedeutung von Social Media E-Commerce für Unternehmen und insbesondere auf den Einsatz von Social-Media-Videos als wirksames Werkzeug, um Kund:innen zu gewinnen und den Umsatz zu steigern.

Die Rolle von Social Media im E-Commerce

Social Media spielt mittlerweile eine wichtige Rolle im E-Commerce und hat einen erheblichen Einfluss auf den Erfolg von Unternehmen. Sobald soziale Netzwerke Features für Social Shopping ankündigen, wird von einer neuen Konkurrenz zum E-Commerce-Leader Amazon gesprochen. Tatsächlich generiert Social Media stetig steigende Umsätze im E-Commerce. Bis 2025 sollen sich diese sogar verdreifachen.

Social Media E-Commerce ist auf dem Vormarsch:

  • Weltweit werden etwa zehn Prozent aller E-Commerce-Ausgaben per Social Commerce getätigt (Handelsblatt Ausgabe Januar 2022)
  • Der weltweite Umsatz über Social-Media-Plattformen im Jahr 2023 wird auf 1,298 Billionen Dollar geschätzt. Bis 2026 soll Social Commerce bereits die 3 Billionen Dollar Marke erreichen. (Statista Studie 2022)
  • China ist Vorreiter im Bereich Social Commerce. Im Jahr 2022 haben rund 84 Prozent der chinesischen Konsument:innen über Social-Media geshoppt, einer der höchsten Werte weltweit. (Statista Studie 2022)

Interesse geweckt? Mehr Zahlen, Fakten und Tipps zum Aufbau Ihrer E-Commerce-Strategie über Social Media erfahren Sie in unserem Artikel zu “Social Commerce”.

3 Fakten: Was Social Media E-Commerce können muss!

Bedarfsweckend! Social Commerce muss Lust auf Ihr Produkt machen. Kund:innen gehen nicht mit der Intention eines Kaufs auf soziale Plattformen. Vielmehr entdecken und stöbern Sie. Deshalb sollten Ihre Social-Media-Kampagnen bedarfsweckend sein!

Plattformspezifisch! Jede Social-Media-Plattform hat seine eigenen Codes und Zielgruppen. Setzen Sie sich für den Verkauf von Produkten und Dienstleistungen mit den plattformspezifischen Codes auseinander und seien Sie kreativ!

Einfach! Der Kaufprozess über Social Media muss so einfach wie möglich sein, da Anmeldungen und komplizierte Prozesse zum Abbruch von Einkäufen führen.

10 Tipps für Ihre E-Commerce-Strategie auf Social Media

1. Mindern Sie Barrieren im Kaufprozess

Über 69 Prozent aller Online-Warenkörbe werden abgebrochen. Das ist enorm! In der folgenden Shopify-Übersicht sehen Sie die Hauptgründe für Warenkorbabbrüche.

Gründe für Warenkorbabbrüche (Shopify)

Quelle: Shopify

Es ist also wichtig, dass Sie die Verkaufsbarrieren so niedrig wie möglich halten, um Ihren E-Commerce-Umsatz zu steigern.

Beachten Sie folgende Tipps für Ihre E-Commerce Website:

  • Einfache Kaufabwicklung
  • Von Anfang an transparente Kosten
  • Nahtloser Verkauf von Produkten als Trust-Element

2. Wählen Sie die richtige Social-Media-Plattform

Warum scheitern E-Commerce-Strategien auf Social Media? Manchmal ist es ganz simpel. Vielleicht haben Sie die falsche Social-Media-Plattform für Ihre Zielgruppe gewählt? Idealerweise haben Sie für jede Plattform eine andere Content-Strategie, um die unterschiedlichen demografischen Zielgruppen anzusprechen. Facebook spricht beispielsweise nicht die jungen Generationen an. Die Gen Z ist auf TikTok, Snapchat und möglicherweise auf Youtube unterwegs. Vermarkten Sie B2B-Produkte oder Unternehmenssoftware, dann ist LinkedIn höchstwahrscheinlich die beste Plattform für Ihr Unternehmen. Es gibt weltweit 65 Millionen Entscheidungsträger auf LinkedIn. Das sind 10 Prozent der LinkedIn-Nutzer:innen, die Entscheidungen im Namen eines Unternehmens treffen können. Auch hier wird Ihr Ansatz ein anderer sein.

Erfahren Sie in unserem Artikel, welche erfolgreichen LinkedIn-Kampagnen in den vergangenen Jahren herausgestochen sind und wenden Sie die Best Practices für Ihre Social-Media-Strategie an!

Beste Social-Media-Kampagnen-Ebook

3. Teilen Sie User Generated Content (UGC) und Bewertungen

Sie werden es sicher von sich selbst kennen, bevor Sie sich für den Kauf eines Produkts entscheiden, lesen Sie mehrere Bewertungen – besonders, wenn es sich um hochwertige Artikel handelt. Positive Nutzer:innenbewertungen, Erfahrungsberichte, User Generated Content und sogar Unboxings oder Demos von Produkten können nachweislich den Kauf zu Ihren Gunsten beeinflussen. Sie zeigen, dass Sie eine vertrauenswürdige Marke sind, die Qualität liefert. Bei der Menge an Fake-Profilen und Betrügereien ist es wichtig, vertrauenswürdig zu sein.

4. Fördern Sie Impulskäufe mit Rabattcodes

Besonders Impulskäufe sind im Social Commerce typisch. Denn im Gegensatz zum E-Commerce sind Konsument:innen nicht gezielt auf der Suche nach etwas, sondern sie werden von Produkten gefunden. 48 Prozent gaben laut Statista in 2023 an, dass ein Rabattcode für den Einkauf über Social Media ausschlaggebend war. 32 Prozent der Befragten haben bereits einen Impulskauf über ein soziales Netzwerk getätigt.

Beispiele für Rabatt-Aktionen:

  • Neukund:innen-Rabatte
  • Rabatte für treue Kund:innen
  • Geburtstagsrabatte
  • Rabatte je nach Einkaufsmenge (z.B. 40 % Rabatt wenn Sie 150 € oder mehr ausgeben)

5. Generieren Sie mehr Umsatz mit Social-Media-Videos

Eine Studie von Wyzowl hat ergeben, dass 88 Prozent der Verbraucher:innen ein Produkt oder eine Dienstleistung kaufen, nachdem sie ein Video einer Marke gesehen haben. Der Einsatz von Videoinhalten in Ihrer E-Commerce-Marketingstrategie ist ein sicherer Weg, um:

  • ein größeres Publikum zu erreichen
  • mehr Besucher:innen auf Ihre Website oder Ihren Online-Shop zu bringen
  • Konversionsraten und Verkäufe zu steigern
  • Ihr SEO-Ranking zu verbessern
  • Markenbekanntheit und Loyalität aufzubauen

Wichtig zu wissen! Jede Social-Media-Plattform hat unterschiedliche Anforderungen an Video-Inhalte. Ob Länge, Format oder Art des Videos – passen Sie Ihre Social-Media-Videos an die Bedürfnisse der Plattform und Zielgruppe an. Während bei den kurzen TikTok-Videos Authentizität und Kreativität gefordert sind, sollten Instagram Reels besonders visuell ansprechend sein.

Sie suchen nach Inspiration für erfolgreiche Video-Kampagnen auf Social Media? Wir haben für Sie die besten YouTube-Video-Kampagnen in der DACH-Region analysiert und geben Ihnen Tipps und Tricks an die Hand.

Noch mehr Wissen zu Videos auf Social Media erhalten Sie in unserem kostenfreien E-Book. Darin haben wir über 3.5 Millionen Videobeiträge analysiert, um Ihnen zu zeigen, welche Faktoren bei der Performance von Social-Media-Videos eine Rolle spielen: Plattform, Links, Hashtags, Länge der Video-Copys, Größe der Community, Posting-Zeit und vieles mehr. Nutzen Sie die Erkenntnisse, um Ihre nächste Video-Kampagne zu optimieren.

Social-Media-Videos Ebook & Studie

6. Nutzen Sie Social Proof und FOMO

Mit Marketingtechniken wie Social Proof (z. B. dass andere Menschen Ihr Produkt nutzen und mögen) und FOMO (Fear of missing out, zu deutsch: Angst, etwas zu verpassen) können Sie Nutzer:innen dazu verleiten einen Kauf zu tätigen. Nutzen Sie ein entsprechendes Wording, um FOMO für Ihre Strategie zu nutzen: Limited Edition, Ausverkauf, begrenzter Vorrat, so lange der Vorrat reicht, Zeit läuft ab, nicht verpassen etc.

Alternativ können Sie auch mit beliebten FOMO-Hashtags arbeiten. Dazu gehören #fastdelivery, #freedelivery, #sale, #promotion, #discount, #discountshopping, #shopping, #discounts, #retailers, #consumer, #deals, #shopping, #limitededition und #newstock.

7. Verwenden Sie “Shoppable Posts”

Mit “Shoppable Posts” können potenzielle Kund:innen Ihre Produkte oder Dienstleistungen direkt in Ihrem Social-Media-Post kaufen. Das Feature können Sie auf Facebook und Instagram sowie auf Pinterest nutzen. Ganz neu verfügbar sind die Video-Shopping-Ads auf TikTok. Die “Shoppable Videos” führen Käufer:innen nahtlos von der For-You-Seite zur Kasse.

8. Arbeiten Sie mit relevanten Mikro-Influencern zusammen

Schreiben Sie relevante Mikro-Influencer an, um für Ihre Marke zu werben – im Austausch gegen kostenlose Proben oder einen Rabatt. Oder bitten Sie lokale Unternehmen, sich für eine Cross-Promotion zusammenzutun. Wenn Sie zum Beispiel Bücher verkaufen, könnten Sie einen gemeinsamen Beitrag mit Ihrem örtlichen Café planen? Was gibt es Besseres als ein Buch und einen Kaffee?

Arbeiten Sie mit Ihren Top-Fans oder Markenbotschafter:innen, wie Corporate Influencern, zusammen. Agorapulse hilft Ihnen dabei zu identifizieren, welche Personen sich viel mit Ihrer Seite beschäftigen oder über Sie posten. Sprechen Sie sie an und bitten Sie sie um eine Rezension oder einen Beitrag, den Sie teilen können. Bieten Sie im Gegenzug dafür am besten einen Rabatt oder ein Gratis-Produkt an.

Wenn Sie ein Affiliate Programm anbieten, können Sie auch hier Mikro-Influencer einbinden. Sie teilen Empfehlungscodes oder Links und erhalten dafür einen Prozentsatz Ihres Umsatzes. Erfahren Sie in unserem Leitfaden für Influencer-Marketing noch mehr über die erfolgreiche Zusammenarbeit mit Markenbotschafter:innen.

9. Bieten Sie Flash Sales an

Ein Flash-Sale taucht ganz unerwartet und nur für eine sehr begrenzte Zeit auf. Marken, die Blitzverkäufe anbieten, nutzen die FOMO-Strategie in sozialen Medien. Die Fans schlagen zu, denn sie wissen nicht, ob sie noch einmal diese Chance bekommen.

So kündigen Sie einen Blitzverkauf mit Erfolg in den sozialen Medien an:

  • Kündigen Sie den Verkauf erst ein oder zwei Stunden vorher an
  • Bewerben Sie den Blitzverkauf auf allen Ihren Kanälen
  • Legen Sie ein Enddatum fest. Ein Tag ist normalerweise ausreichend.
  • Stellen Sie auf Ihrer Website einen Timer für das Ende des Verkaufs ein und verlängern Sie ihn nicht.
  • Wenn Sie keine große Fangemeinde haben, können Sie Social Ads auf Tiktok, Instagram und Facebook schalten, um Ihre Zielgruppe zu erreichen.
  • Legen Sie Flash Sales eher auf Freitag oder das Wochenende, wenn die Fans Ihrer Marke Zeit haben. Niemand will einen Flash Sale an einem Montagmorgen!
  • Verwenden Sie passende Hashtags für Ihren Flash Sale oder Ihr Event

10. Erhöhen Sie den Kaufreiz mit kostenfreiem Versand

Ganz im Sinne eines barrierefreien Einkaufs, empfehlen wir Ihnen Ihren Kund:innen einen kostenlosen Versand anzubieten. Wie wir ganz oben im Artikel gesehen haben, führen zu hohe Extrakosten zu den meisten Warenkorbabbrüchen. Ein kostenfreier und schneller Versand ist definitiv ein Bonus und erhöht den Kaufreiz.

Welche sozialen Netzwerke eignen sich für Social Commerce am besten?

Alle sozialen Netzwerke bieten Ihnen die Möglichkeit, Ihre Produkte oder Dienstleistungen in Beiträgen zu bewerben, Beiträge zu teilen oder Social-Ads zu schalten. Verschiedene Plattformen haben inzwischen auch eine Kauf-Funktion eingeführt. In der DACH-Region sind Facebook und Instagram als Social-Commerce-Plattformen am beliebtesten. Nicht zuletzt durch Ihre Shopping-Funktionen.

Facebook

Mit Facebook Shops können Sie kostenlos einen Online-Shop auf Facebook (und Instagram) einrichten. Bei einem Facebook Shop handelt es sich um ein Online-Storefront, wo Nutzer:innen Ihre Produkte durchstöbern, entdecken und direkt auf Facebook kaufen können. Heben Sie Ihre Produkte zum Kauf mit personalisierbaren Collections und Design-Tools hervor und bieten Sie Ihrer Kundschaft ein nahtloses Shopping-Erlebnis.

Social Media E-Commerce Beispiel: Deichmann Facebook Shop

Instagram

Mit Instagram Shopping können Sie über Beiträge mit der Kaufoption Ihre Produkte direkt verkaufen. Erstellen Sie ganz einfach Ihren eigenen Shop mit Collections und Produktdetailseiten und nutzen Sie Produktmarkierungen in Ihren Posts und in Instagram Stories.

Social Media E-Commerce Beispiel: Instagram Shop

Quelle: Prandible

TikTok

TikTok Shopping lässt zwar in der DACH-Region auf sich warten, aber mit TikTok for Business und Video Shopping Ads erreichen Sie auch die jüngste Zielgruppe.

Social Commerce auf TikTok mit Video Shopping Ads

Youtube

Die Social-Commerce-Funktionen von YouTube Shopping sind direkte Funktionen wie anklickbare Produktlinks, Shoppable Ads und der Aufbau eines eigenen Shops auf Youtube. Die YouTuberin Bodykiss gehörte zu einer der ersten in der DACH-Region mit einem eigenen YouTube Shop.

Social Media E-Commerce Beispiel: Youtube Shop Bodykiss

Pinterest

Verlinken Sie Ihren Onlineshop mit Pinterest und bewerben Sie Ihre Produkte mit ansprechenden Bildern und Videos. Nutzen Sie auch das Feature “Shop the Look”-Pin. Pinterest lässt sich mit Shopping-Websites wie Shopify und WooCommerce verbinden, um Ihre E-Commerce-Verkäufe zu vereinfachen und zu beschleunigen.

Social Media E-Commerce Beispiel: Shopable Pins auf Pinterest

Quelle: Fashiioncarpet

LinkedIn

Mit LinkedIn-Produktseiten können Sie potenzielle Käufer:innen auf Ihr Produkt aufmerksam machen.

Social Media E-Commerce Beispiel: Produktseiten auf LinkedIn

Fazit: Social Media E-Commerce als Herausforderung und Chance für Social-Media-Manager

Die wachsende Bedeutung von sozialen Netzwerken im E-Commerce ist mittlerweile unbestreitbar. Jahr für Jahr steigt der Umsatz, den Social Commerce generiert. Soziale Medien wie Facebook, Instagram und TikTok verzeichnen Millionen von Nutzer:innen und bieten Unternehmen eine riesige potenzielle Kundschaft. Durch die vielfältigen Funktionen und Werbemöglichkeiten können Unternehmen ihre Sichtbarkeit steigern und ihre Verkaufszahlen ankurbeln.

Die Integration von Social Media in den E-Commerce bringt allerdings auch Herausforderungen mit sich. Social-Media-Manager stehen vor der Aufgabe, sich in einer ständig wandelnden digitalen Landschaft zurechtzufinden und die richtigen Strategien zu entwickeln, um ihre Zielgruppen zu erreichen. Die Konkurrenz auf den sozialen Medien ist groß, und es erfordert Kreativität, um aus der Masse hervorzustechen. Machen Sie sich unsere 10 Tipps für Ihre Social Media E-Commerce-Strategie zunutze, um Ihre Produkte erfolgreich auf Social Media zu verkaufen und Ihren Fans einen Kaufreiz zu bieten. Mit einer passenden Content-Strategie, Influencer-Kooperationen und datenbasierten Analysen können Social-Media-Manager ein nachhaltiges Wachstum für ihre Unternehmen erreichen.

Jetzt kostenfreien Demo-Termin vereinbaren