In kaum einer anderen Branche lösen Bilder und Videos so viele Emotionen aus wie in der Tourismusbranche. Deshalb kommt heute eigentlich kein Tourismusunternehmen mehr an Social Media vorbei. Auch Ihr Unternehmen aus dem Touristikbereich hat ein Social-Media-Auftritt, doch Hand aufs Herz – schöpfen Sie das volle Potenzial von Social Media wirklich aus? Nein? Dann geht es Ihnen wie den meisten Firmen! Aus diesem Grund haben wir einige Marketing-Teams zum Status Quo befragt, Daten erhoben und uns ein erfolgreiches Tourismusunternehmen auf Social Media genauer angeschaut. Warum? Weil wir Touristikunternehmen Tipps an die Hand geben wollen, um Social Media im Tourismus zu einem Profit-Center zu etablieren. 

Neugierig geworden? Dann lesen Sie jetzt weiter!

Was ist Tourismusmarketing? Und welche Rolle spielt die Digitalisierung?

Tourismusmarketing umfasst die verschiedenen Marketingstrategien von Tourismusunternehmen und -verbänden (Hotels, Regionen, Fluggesellschaften, Autovermietungen, Restaurants, Unterhaltungsmöglichkeiten, Reisebüros und Reiseveranstalter). Mit der Digitalisierung wurden Reisebüros, Reisekataloge und klassische Werbekonzepte immer mehr verdrängt und neue digitale Marketing- und Distributionswege eingeschlagen. Viele moderne Tourismusbetriebe nutzen das Internet, wobei Websites, Online-Werbung, E-Mail- und Social-Media-Plattformen eine Schlüsselrolle spielen. In den vergangenen Jahren hat die Digitalisierung in deutschen Tourismusorganisationen und -verbänden durch die Corona-Pandemie nochmals deutlich an Bedeutung gewonnen. 

Zahlen zum digitalen Tourismusmarketing

  • 26 % der ab 14-Jährigen haben 2020 bereits eine Reise online gebucht (Quelle: Statista / Stand: 2020)
  • 47 % der Deutschen zwischen 18 und 34 Jahren buchen Reisen über Online-Agenturen, weil es einfach und bequem ist (Quelle: Traveller Loyalty Study 2019 von Accenture und Facebook)
  • 52 % der Befragten zwischen 18 und 34 Jahren sagen, dass Online-Rezensionen anderer Nutzer:innen bei der Wahl des Reiseziels wichtig sind (Quelle: Traveller Loyalty Study 2019 von Accenture und Facebook)
  • Mehr als die Hälfte aller Urlauber:innen in Österreich informieren sich über Social-Media-Kanäle, Bewertungsplattformen und Destination-Websites über ihre geplante Reise (Quelle: LinkedIn / Stand 2019)
  • Im Jahr 2021 war Facebook der beliebteste Social-Media-Kanal für Marketingzwecke unter Destinationen in Deutschland. Auf Rang Zwei des Rankings folgte Instagram. (Quelle: Statista / Stand: 2021)
  • Bei der Suche nach Reisezielen ist Instagram die Hauptquelle der Inspiration für die Generation Z (Quelle: booking.com Studie 2019)
  • Rund 90 Prozent der Landes- und Destinationsmarketingorganisationen (DMOs) in Deutschland nutzten im Jahr 2021 Instagram – im Vergleich zum Jahr 2019 bedeutet dies einen Zuwachs um zehn Prozent. (Quelle: Statista / Stand: 2021)

Warum Social Media im Tourismus nicht mehr wegzudenken ist?

Vom Fremdenverkehrsamt zum Online-Marketer. Wenige Branchen wurden so sehr vom Internet verändert wie der Tourismus. Die Tourismusbranche fokussiert sich immer mehr auf Online-Marketing und nutzt Social Media, um den Tourismus anzukurbeln. Facebook, Instagram, TikTok und Co. bieten für Tourismusbetriebe ein riesiges Potenzial an Vermarktungschancen für Produkte und Dienstleistungen. 

Wenn Sie durch Ihre Social-Media-Plattformen scrollen, wird es nicht lange dauern, bis das erste Urlaubsfoto von Freund:innen erscheint. Es wird geliked, gespeichert und kommentiert, was das Zeug hält. In keiner anderen Branche lösen Bilder, Videos oder Kommentare so viele Emotionen aus, weshalb die Tourismusbranche nahezu perfekt für Social Media geeignet ist. Urlaubsdestinationen, Hotel-Impressionen und Outdoor-Erlebnisse sind unschlagbare Foto- und Videomotive und lösen Fernweh und Erinnerungen an die eigene letzte Urlaubsreise aus. Social Media funktioniert im Tourismus so gut, dass es sich eigentlich kein Hotel, Tourismusbetrieb und keine Destination erlauben kann, darauf zu verzichten.

Social Media im Tourismus und Generation Z

Gerade die jüngere Generation lässt sich von Online-Medien und Social Media bei der Wahl ihres Reiseziels beeinflussen. Laut einer Studie aus dem Jahr 2019 von booking.com ist Instagram die Hauptquelle der Inspiration für die Generation Z bei der Suche nach Reisezielen. Konkret heißt das, dass alle nach 1997 Geborenen hauptsächlich über soziale Medien erreicht werden. Rund ein Fünftel von ihnen vertrauen dabei auf die Empfehlungen von Menschen, die sie persönlich gar nicht kennen, wie Influencern und Prominenten. Circa ein Drittel der 21.000 Befragten im Alter von 16 bis 24 Jahren bevorzugt Orte, die sich besonders gut auf Fotos machen, denn auch sie selbst veröffentlichen Bilder von ihren Reisen auf Social Media.

Wer heute als Tourismusunternehmen ganz vorn mitmischen möchte, positioniert sich auf TikTok. Immer mehr Unternehmen sind auf der jungen Plattform präsent, denn der Moment, TikTok für Tourismusmarketing einzusetzen, scheint perfekt. Es sind nicht mehr nur 12- bis 18-Jährige, die sich die App herunterladen, die Kurzvideoplattform wird immer älter! Nur noch 47,4 Prozent der US-amerikanischen TikToker:innen sind zwischen 10 und 29 Jahre alt. 2020 waren es noch 62 Prozent. (Quelle: Omnicore Agency) Über die Hälfte ist also älter als 29 Jahre. Ähnlich dürfte sich der Trend in Deutschland, Österreich und der Schweiz verhalten. Schauen Sie sich gern einmal den TikTok-Kanal von Schweiz Tourismus an! Sie gehören zu den Pionieren auf TikTok und setzen Tourismusmarketing erfolgreich um!

Wollen auch Sie den Schritt auf TikTok wagen? Dann erfahren Sie mehr über TikTok-Tricks und wie Sie erfolgreiche TikTok-Videos erstellen können.

Social-Media-Marketing: Ziele der Tourismusbranche

Klassische Distributionswege und alte Werbekonzepte haben ausgedient. Gäste, Kund:innen und Interessent:innen wollen vermehrt über Content Marketing, Storytelling und Social Media angesprochen werden. Social Media im Tourismus eignet sich besonders gut, um folgende Marketingziele zu erreichen:

Eigenwerbung

Social Media eignet sich – zumindest am Anfang – als günstige Alternative zu anderen Werbeformen, um die eigene Online-Präsenz kostenfrei zu bewerben. Posts, Interaktionen mit Follower, Beiträge, bestimmte Hashtags, Geotagging, Bewertungen sowie gegenseitige Tags und Partnerwerbung bieten sich an, um für sich zu werben. Da sich Social Media im Tourismus bewährt hat, können Sie auch über bezahlte Werbung in sozialen Medien viel Aufmerksamkeit erreichen. Doch Achtung! Wollen Sie Social Media auf Dauer professionell und erfolgreich betreiben, bedeutet das Zeit und Geld zu investieren.

Informationen

Social Media ist eine beliebte Informationsquelle geworden und ein Mittel zum Austausch. Über soziale Netzwerke können sich Ihre Besucher:innen ganz einfach Informationen beschaffen. Nutzen Sie genau diesen Wissensdurst und veröffentlichen Sie informative Beiträge, die zum Speichern für den nächsten Trip anregen. Laut einer Studie der Datenanalysefirma Morning Consult aus den USA von Anfang Juli 2021 nutzten fast 40 Prozent der Befragten Instagram, Pinterest und TikTok für die Planung der Sommerferien. Die Pandemie hat das Bedürfnis der Menschen verstärkt, sich möglichst schnell über die sich ständig wandelnde Reisesicherheit zu informieren, statt Hochglanzprospekte durchzublättern.

Austausch

Ihre Gäste versorgen sich nicht nur mit Informationen, sondern beteiligen sich auch aktiv am Austausch. Sie geben Bewertungen ab, stellen Fragen online oder buchen mobil. Über Social Media können Sie direkt Feedback empfangen oder in direkten Kontakt mit den Besucher:innen treten und so eine engere Verbindung aufbauen. 

Inspiration zu Reisezielen

Reisende sind immer auf der Suche nach neuen Trends oder nach Inspiration für den nächsten Urlaub. Auf den Tourismus bezogen bedeutet das Inspirationen aller Art, vom Urlaubsland über spezielle Orte und Hotels bis zu spezifischen Erlebnissen. Bilder, Videos und Kommentare haben das Potenzial dazu, Eindrücke und Reaktionen auszulösen.  

Influencer-Marketing

Über Social Media können Sie auf die Reichweite von Influencern zurückgreifen und für sich werben. Wenn Sie Kooperationen mit Influencern eingehen, können Sie Ihr Hotel, Ihre Destination oder Ihr Transportunternehmen mit einem Schlag einem großen Publikum bekannt machen.

Besucher:innenlenkung

Während Eigenwerbung und Influencer-Marketing touristische Orte und Unternehmen beliebter und bekannter machen, hat die Besucherlenkung einen anderen Effekt. Durch Posts über weniger bekannte Orte werden Besucher:innen gelenkt und auf Alternativen aufmerksam gemacht, um bestimmte Sehenswürdigkeiten von zu hohen Besucher:innenzahlen zu entlasten.

Social Listening

Was macht Ihre Konkurrenz? Wie finden Ihre Gäste Sie und wo sollten Sie ansetzen, um noch besser zu werden? Im Tourismus ermöglicht Social Listening den Gewinn wertvoller und aussagekräftiger Daten aus dem Netz für Ihr Unternehmen. Gerade aufgrund der hohen Empfehlungsrate zum Thema Reisen ist Social Listening ein wichtiger Punkt, da man durch direkte Interaktion auf Probleme und Anregungen von Kund:innen reagieren kann. 

Wie Sie Social Media in die Customer Journey einbinden können

Zwar ist das Anlocken von Besucher:innen ein Ziel bei der Planung von Social-Media-Kampagnen im Tourismus, doch lässt sich Social Media nicht nur darauf reduzieren. Posts auf sozialen Netzwerken können in allen Phasen der Customer Journey zum  Einsatz kommen:

  1. Vor der Buchung: Sie wollen auf sich und Ihr Angebot aufmerksam machen. Um sich von der Konkurrenz abzuheben, ist gutes Content Marketing auf Instagram, Facebook und Co. entscheidend. Sobald Sie Ihre Besucher:innen neugierig gemacht haben, sollten Sie deutlich machen, warum Ihr Angebot am besten ist, um sie zu einer Buchung zu bewegen. Des Weiteren bietet sich Tourismusmarketing über Social Media ebenfalls an, um Traffic zu generieren oder E-Mail-Adressen als Leads zu sammeln.
  2. Während des Aufenthalts: Soziale Medien können als unkomplizierter Kundenservice während der Reise genutzt werden. Werden Sie kreativ und regen Sie Ihre Gäste zu User-generated-Content und bestimmten Hashtags an, um von einer positiven Darstellung zu profitieren.
  3. Nach dem Aufenthalt: Regen Sie Ihre Kund:innen dazu an, eine Rezension zu hinterlassen und bedanken Sie sich für jeden Post und jede wohlwollende Rezension. Außerdem können Sie sich User-generated-Content zunutze machen und Bilder von Nutzer:innen wieder veröffentlichen und damit andere inspirieren. 

 

Facebook-Analyse: Beiträge von Touristikunternehmen unter der Lupe

Wie wir festgestellt haben, befindet sich das Tourismusmarketing im Umbruch. Kaum ein Tourismusbüro, Reiseveranstalter, Transportunternehmen oder Hotel kommt heute noch ohne ein Profil auf Social Media aus, wenn es sich erfolgreich vermarkten will. Doch setzt die Tourismusindustrie ihre Maßnahmen erfolgreich um oder gibt es noch Luft nach oben? 

Agorapulse hat sich das Tourismusmarketing in sozialen Netzwerken genauer angeschaut! Neben einer Analyse von über 4.000 Facebook-Beiträgen aus der Touristikbranche haben wir eine Umfrage zu den Zielen von Social Media und dem Stellenwert von Social-Media-Measurement umgesetzt. 

Die Ergebnisse zeigen Ihnen, wo Sie als Unternehmen im Tourismusbereich noch Potenziale ausschöpfen können.

Was auf Social Media für Tourismusunternehmen gut funktioniert?

Wir haben über 4.000 Facebook-Beiträge von Touristikunternehmen aus dem DACH-Raum im ersten Halbjahr 2022 analysiert, um für Sie herauszufinden, was auf Social Media im Tourismus gut funktioniert.

Zwei grundlegende Tendenzen für Social Media im Tourismus haben sich aus der Analyse ergeben: 

  1. Beiträge, die am Wochenende veröffentlicht werden, erhalten die meisten Interaktionen, doch Firmen posten am häufigsten unter der Woche.
  2. Videos erhalten die meisten Interaktionen, aber es werden am häufigsten Fotos gepostet.

Fehlendes Know-how über Ziele und Analysen auf Social Media 

Obwohl digitale Maßnahmen häufig zur Verbesserung der Prozesse in der Tourismusbranche beitragen, stoßen Tourismusorganisationen immer wieder auf Hindernisse bei der Umsetzung, unter anderem durch fehlendes Know-how.

Eine Umfrage, die Agorapulse unter über 100 Social-Media-Manager in der DACH-Region durchgeführt hat, untermauert diese Tendenz. Denn in der Umfrage gaben 93 Prozent an, dass sie das Messen des Einflusses von Social Media wichtig finden, doch nur 41 Prozent es wirklich tun. Als Grund dafür geben die Teams unter anderem an, dass Kund:innen oder die Chefetage nicht nach solchen Metriken fragen. 

Dabei ist eine klare Zielsetzung und das Messen der Social-Media-Maßnahmen essentieller Grundstein für den Erfolg der Werbemaßnahmen. Nur indem Sie Ihre Kampagnen messen, wissen Sie, was gut funktioniert und was nicht und können eine nachhaltige Social-Media-Strategie für Ihr Tourismusunternehmen umsetzen. 

Um zu erfahren, wie Sie ganz einfach Ihren Social-Media-ROI messen können, klicken Sie in unseren Artikel.

Social-Media-ROI-Feature testen

Weitere Insights aus der Agorapulse-Umfrage:

  • Das maßgebliche Ziel der Social-Media Teams ist “Engagement & Community-Building”
  • Lead-Generation, Erhöhung von Umsätzen oder des Webseiten-Traffics spielen eine nur sehr untergeordnete Rolle
  • Social-Media-Teams in DACH bevorzugen beim Messen die Insights-Sections der jeweiligen Netzwerke
  • Agenturen scheinen einen Schritt weiter zu sein und finden hier nicht genügend Insights. Sie nutzen häufiger Drittanbieter-Tools

 

Touristikverband Graubünden: So funktioniert erfolgreiches Social-Media-Marketing 

Um herauszufinden, warum die Urlaubsregion Graubünden auf Social Media besonders erfolgreich ist, haben wir mit den Verantwortlichen gesprochen. Die Ergebnisse und Tipps für erfolgreiches Social-Media-Marketing im Tourismus wollen wir Ihnen natürlich nicht vorenthalten.

  • Organisierte Social-Media-Planung

Sie nutzen ein Social-Media-Management Tool, um alle Social-Media-Kanäle zu verwalten, um Beiträge zu erstellen, die Community zu managen und Social-Media-Reports zu erstellen. 

  • Beiträge werden automatisch auch am Wochenende gepostet

Dank des Social-Media-Management-Tools können Sie auch außerhalb der Geschäftszeiten veröffentlichen, zum Beispiel am Wochenende oder an Feiertagen. 

  • Guter und erfolgreicher Content Mix

Sie posten einen guten Mix aus Videos, Fotos und Textbeiträgen. Dadurch bleibt ihr Content abwechslungsreich und interessant.

  • Klare Zielsetzung und Erfolgskontrolle mittels einfacher Reports

Mittels Social-Media-Reports wissen sie genau, welche Engagement-Rate sie mit welchem Post erreicht haben und welcher Content gut funktioniert.